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Brand im Lager für Holzhackschnitzel: Wiederaufbau?

Bekannt wurde die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) durch ihre zukunftsorientierten Studiengänge. Sie geriet in die Schlagzeilen als das Hackschnitzellager am Standort Waldcampus in Flammen aufging. Beim Wiederaufbau spielte der Brandschutz eine wichtige Rolle.


Man sieht eine Holzhackschnitzel-Heizung auf dem Gelände der HNEE
Gelungener Wiederaufbau: Heizungsanlage und Holzhackschnitzellager auf dem Waldcampus

Nachwachsende Rohstoffe: Holzhackschnitzel für angenehme Raumtemperaturen


Während an den HNEE-Standorten Stadtcampus und Forstbotanischer Garten Holzpelletheizungen stehen, werden die Gebäude auf dem Waldcampus durch eine Holzhackschnitzelheizung mit Wärme versorgt. Diese besteht aus einem Heizhaus und einem Brennstofflager für Hackschnitzel. Die Heizungsanlage zwei Heizkesseln mit einer Nennleistung von 850 kW und 550 kW bestückt. Das Hackschnitzellager fasst bis zu 390 Kubikmeter Holzhackschnitzel, wobei die HNEE auf Hackschnitzel aus Durchforstungsholz setzt.


Die Wärmeerzeugung für den Waldcampus der HNEE erfolgt durch das Verbrennen von Holzhackschnitzeln.
Die Wärmeerzeugung für den Waldcampus der HNEE erfolgt durch das Verbrennen von Holzhackschnitzeln.

Technischer Defekt an der Förderanlage oder bekanntes Risiko einer Hackschnitzelanlage?


Durch einen Brand wurden das Holzhackschnitzellager zerstört und das danebenstehende Gebäude der Heizungsanlage in Mitleidenschaft gezogen. Eine weitere Ausbreitung des Brandes konnte durch einen tatkräftigen Einsatz der Feuerwehr verhindert werden.

 

Zunächst war unklar, was den Brand auslöste. Brandstiftung schien ebenso möglich wie auch ein technischer Defekt. Auch in nachfolgenden Untersuchungen konnte die Brandursache nicht eindeutig festgestellt werden. Eine Vermutung ist, dass sich die als Haufen gelagerten Hackschitzel selbst entzündeten: Durch Druck und Verdichtung kam zu einer Hitzenentwicklung, die eine Selbstentzündung verursachte. Ebenso kann es sein, dass sich Verdreckungen in der Förderanlage entzündeten.


Trotz dieser Brandkatastrophe stand es für die Hochschule außer Frage, auch in Zukunft auf erneuerbare Ressourcen für die Wärmeerzeugung zu setzen und die Holzhackschnitzelheizung wieder aufzubauen.


Nachhaltiger Brandschutz für die Holzhackschnitzelheizung


Während in dem Heizgebäude nur Schäden in der Heizanlage zu verzeichnen waren, wurde das Hackschnitzellager in der bisherigen Gebäudesymmetrie mit einer Gebäudelänge von circa 13 Meter und einer Gebäudebreite von neun Meter vollständig auf der erhalten gebliebenen Stahlbetonfundamentwanne neu errichtet. Es umfasst nun eine Brutto-Grundfläche von 120 Quadratmeter, gegliedert in einen Wartungsbereich und ein Brennstofflager. Das Heizgebäude wurde mit Holzbohlen verkleidet, um die gleiche Ästhetik wie das Hackschnitzellager zu erhalten. Einziger Unterschied zwischen den Gebäuden: Das Heizgebäude ist ein geschlossener Raum, dass Hackschnitzellager ein durchlüfteter Außenraum. Ganz im Sinne der Nachhaltigkeit wurde eine neue Photovoltaikanlage auf beiden Dächer montiert.

 

Nach dem Wiederaufbau des Brennstofflagers und dem Austausch eines Heizkessels verfügt die Heizungsanlage nun über eine fast doppelt so große Leistung.




Wie ist das Risiko bei einem Hackschnitzellager zu bewerten?


Für ein Brennstofflager mit Hackschnitzeln können Risikofaktoren wie Funkenschlag durch Verdreckung, Erhitzung und Selbstentzündung für eine Brandentstehung in Betracht gezogen werden, um nur einige mögliche Ursachen für einen Brand zu nennen.

 

Grundprinzipien des Brandschutzes im Falle des Waldcampus waren für das technische Gebäude geringer Höhe ohne Aufenthaltsräume im Wesentlichen eine frühzeitige Alarmierung und Aufschaltung auf die Feuerwehr.

 

Inzwischen ist das Gebäude fertiggestellt und hat seinen Betrieb aufgenommen. Die Heizung läuft.



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